bpa-Quality-Award 2017

Am 11. Mai 2017 wurde im Rahmen der Bundesmitgliederversammlung in Berlin der

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für das beste der nominierten Projekte vergeben.

Es handelte sich hierbei um ein beispielhaftes Diversity-Projekt in der Altenpflege.

Der bpa mit seinen über 10.000 Mitgliedseinrichtungen ist der größte Bundesverband im Bereich der Altenhilfe in Europa und zeichnet mit diesem Award beispielhafte Projekte in der Altenpflege aus.

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Vorstellung des Projekts durch den Projektleiter Frank Ulrich // Foto: bpa/Jens Jeske

 

In Deutschland leben ca. 600.000 lesbische und schwule Senioren (über 65 Jahre), dieses Projekt legt genau hier den Finger in die Wunde der Altenhilfe und macht darauf aufmerksam, dass diese Gruppe von Menschen ignoriert und somit durch Nichtbeachtung ausgegrenzt und diskriminiert wird. Dem ersten Anschein nach, wirkt dieses Projekt wie ein „Randgruppenprojekt“ oder ein Nischenthema, das Gegenteil ist der Fall und bei genauerer Betrachtung wird dem Leser klar, dass es sich um ein sehr großes Diversity-Projekt für Vielfalt und gegen Diskriminierung und Ausgrenzung handelt. Denn solange sich Senioren in einem Betreuungssetting der Altenhilfe fragen müssen, ob sie am Kaffeetisch oder in der Betreuung auch sagen können, das z.B. die eigene Tochter lesbisch ist und solange Senioren z.B. den Lieblingsenkel bitten im Pflegeheim nicht mit dem gleichgeschlechtlichen Partner Hand in Hand aufzutreten, solange ist in der Altenhilfe etwas nicht in Ordnung. Hinzu kommt, dass die von Ausgrenzung und Diskriminierung geprägte Biografie von lesbischen und schwulen Senioren in der Altenhilfe kaum bekannt ist und darüber hinaus keine Beachtung findet. Wenn wir jetzt noch alle homosexuellen Mitarbeiter/innen und alle homosexuellen Angehörigen der heterosexuellen Mitarbeiter/innen hinzu rechnen, wird die ganze Dimension dieses Projekt´s sichtbar.

Der von Einrichtungsträgern und Einrichtungsleitern viel zitierte Satz

„Wir haben das Problem nicht“

ist in diesem Zusammenhang oft das allergrößte Problem und stellt bereits den Kern des Systemversagens dar.

Dieses Projekt soll kein Aufruf zum „Outing“ darstellen, vielmehr soll es dazu beitragen, allen Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitern zu vermitteln, dass sie in einem diskriminierungsfreien und offenen Umfeld leben und arbeiten können, ganz gleich welcher Hautfarbe, Nationalität, Religion oder sexuellen Orientierung.

„Wenn ein Arbeitgeber öffentlich hinter jedem Mitarbeiter steht, hat Mobbing, Ausgrenzung und Diskriminierung keine Chance“.

Weitere Informationen zu dieser Auszeichnung finden Sie hier.