Achtsamkeit

„Es ist eine leise Revolution im Gange“

„Viele Menschen laufen auf Autopilot“, sagt Andreas de Bruin. Der Psychologe lehrt Achtsamkeit und Meditation. Er ist überzeugt, dass beides nicht nur Einzelnen guttut, sondern die Gesellschaft bereichert.

Kleiner Test: Wissen Sie noch, wie der Kaffee heute Morgen geschmeckt hat? Nein? Bei den meisten Menschen geht morgens schon der Autopilot an, sagt Achtsamkeitstrainer Günter Hudasch aus Berlin. Dadurch sind sie oft nicht bei dem, was gerade passiert. „Wenn sie unter der Dusche stehen, kochen sie in Gedanken Kaffee, wenn sie den Kaffee trinken, denken sie, ‚Ich muss los‘, und so weiter“, sagt der Vorsitzende des Verbandes der MBSR- und MBCT-Lehrer in Deutschland. Die beiden Abkürzungen stehen für verbreitete Trainingsprogramme für Achtsamkeit.

Hinzu komme das ständige Vergleichen mit anderen. „Wir sind immer am Checken“, sagt Hudasch. „Der Kollege hat schon wieder ein neues Auto – wie kann der sich das bloß leisten?“ Solche Vergleiche würden oft dazu führen, dass sich Menschen schlecht fühlen.

Bildschirmfoto 2017-01-01 um 11.38.55

Achtsamkeit zielt darauf ab, mehr im Jetzt und Hier zu leben. Es geht darum, dem Moment mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Dazu ist es wichtig, den inneren Autopiloten abzuschalten und das Gedankenkarussell zu stoppen. Ziel ist es, mehr Gelassenheit zu entwickeln, erklärt Hudasch.

Das kann im Alltag in vielen Situationen helfen – an der Supermarktkasse, im Stau oder an stressigen Tagen im Job.

Warum sind Meditation und Achtsamkeit derart populär? Hier ein Interview mit Herrn Professor Andreas de Bruin zu diesem Thema.

Direktlink zum Interview mit Professor de Bruin