Das ändert sich ab 1. Januar 2017 / Neuregelungen und Gesetze

Der Mindestlohn steigt
Erstmals seit seiner Einführung im Jahr 2015 steigt der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland mit Beginn des Jahres. Statt bislang 8,50 Euro pro Stunde gilt dann ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,84 Euro. Die Anpassung von 34 Cent orientiert sich dabei an der allgemeinen Lohnentwicklung.
Das Kindergeld wird angehoben
Der Kinderfreibetrag steigt 2017 von aktuell 4.608 Euro auf dann 4.716 Euro. In einem zweiten Schritt soll es dann 2018 auf 4.788 Euro nach oben gehen. Auch das Kindergeld steigt 2017: Um je zwei Euro pro Monat pro Kind.
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Tesla-Neukunden laden nicht mehr kostenlos
Wer sich für den Kauf eines Elektroautos vom Typ Tesla entscheidet, muss künftig für das Aufladen seines Fahrzeuges an den Schnellladestationen bezahlen. Während der Ladevorgang für Bestandskunden weiterhin kostenlos ist, müssen Käufer, die ihr Fahrzeug 2017 erwerben, zeit- und regionsabhängige Preise für die Supercharger zahlen.
Führerschein wird teurer
Wer im neuen Jahr eine theoretische Führerscheinprüfung ablegt, muss statt 11 Euro dann 11,90 Euro bezahlen. Wird die Prüfung am Computer vorgenommen, zahlen Prüflinge 10,60 Euro, die praktische PKW-Prüfung schlägt dann mit 91,50 Euro zu Buche – Motorradfahrer zahlen 121,38 Euro.
Hauptuntersuchung kostet mehr
Auch die Kosten für die Hauptuntersuchung steigen 2017 an. Künftig werden je nach Bundesland Gebühren in Höhe von 35 Euro und 54,86 Euro erhoben.
Wlan in Zügen wird kostenlos
Wer ab 1. Januar 2017 in ICE-Zügen der Deutschen Bahn unterwegs ist, dem steht ab Januar auch in der zweiten Klasse kostenloses WLAN zur Verfügung. Jeder Zugreisende erhält 200 MB Datenvolumen, darüber hinaus wird die Geschwindigkeit gedrosselt.
Mehr Geld für Hartz IV-Empfänger
Für Empfänger von Grundsicherung beginnt das neue Jahr mit mehr Geld im Portemonnaie, denn die Leistungen für Menschen, die ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können, steigen mit dem neuen Jahr. Für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren fällt die Anpassung besonders hoch aus: Sie erhalten ab Januar 21 Euro mehr Grundsicherung. Dem Plus liegt die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamts von 2013 zugrunde. Demnach ist der Bedarf in dieser Altersgruppe für Lebensmittel und Getränke erheblich höher als bisher berechnet, das teilte die Bundesregierung mit. Für Alleinstehende wurde der Satz von 404 auf 409 Euro im Monat angehoben.

 

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Nur Idioten haben keine Zweifel

Die Parteivorsitzende hält kurz inne, denkt über die Frage des Journalisten nach und sagt dann: »Ich zweifle, ob ich das Richtige tue. Ich gebe zu, ich weiß es nicht.« Ein lautes Raunen geht durch das Publikum der Pressekonferenz. Die Augenbrauen des Fragestellers wandern in die Höhe. Andere Journalisten rutschen auf der Stuhlkante nach vorn, halten Block und Stift umklammert und formulieren schon mal im Geiste den Aufmacher der Titelseite: Parteivorsitzende vollkommen planlos! Steht Rücktritt bevor?

So liefe es wohl, wenn Politiker oder andere Entscheidungsträger vor laufenden Kameras zweifeln würden: Die öffentliche Hinrichtung ließe nicht lange auf sich warten.

Seine Zweifel öffentlich zu Gehör zu bringen, ist ähnlich deplaziert wie ein lauter Rülpser beim stillen Gebet in der Kirche.

Gefragt sind Macher und keine Zweifler. Das oberste Gebot für alle, die sich berechtige Hoffnungen auf ihre Wiederwahl machen wollen: Zweifel beiseite schieben und Gewissheit verbreiten – auch dann, wenn es nur Hoffnungen oder Erwartungen sind. Macher kennen keine Zweifel. Sie kennen keine Fragen. Sie kennen nur Antworten.

Aber all das kann nicht verdrängen, dass Zweifel zum Leben gehören. Das wissen wir spätestens seit René Descartes, dem Vater der Aufklärung: »Der Zweifel ist der Weisheit Anfang.« Ohne Zweifel gibt es keine Bewegung, nichts Neues, keinen Fortschritt. Dass der Mensch in der Lage ist, all das, was ihm seine Sinne als Wirklichkeit nahe legen, zu bezweifeln, war für Descartes ein Zeichen dafür, dass der Mensch ein Bewusstsein hat.

Wer zweifelt, denkt. Wer zweifelt, existiert.

Anders ausgedrückt heißt das: Nur der Dumme kennt keinen Zweifel. Zweifel sind kein Zeichen von charakterlicher Instabilität, sondern wertvolle Impulse für unsere Entscheidungen. Sie können schlichtweg nicht entschieden und selbstbestimmt leben, ohne Zweifel auszuhalten. Leicht ist das nicht, aber es gehört zum Leben dazu. Der Schauspieler Matthias Brandt hat das in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung so ausgedrückt: »Jeder, der alle Tassen im Schrank hat, ist doch zerfressen von Selbstzweifeln. Die Irren, die richtig Gefährlichen – das sind die, die glauben, dass sie gut sind.«

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