Behinderte Kinder im Bett fixiert und eingeschlossen

Nur sechs Monate arbeitete Franz Kurzmeier als Heilerziehungspflegehelfer in der katholischen Einrichtung „Franziskushaus“ in Au am Inn, doch was er dort erlebte, ließ ihn nicht mehr ruhen.

20 Fälle von freiheitsbeschränkenden Maßnahmen an Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 18 Jahren dokumentierte er handschriftlich und schickte diese Liste verbunden mit einer Strafanzeige „wegen rechtswidrigen Freiheitsentzugs“ an Heimkindern an die Staatsanwaltschaft Traunstein. Das war im Juli 2012.

Gut einen Monat später teilten ihm die Ermittler mit, von einem Ermittlungsverfahren werde abgesehen: „Eine subjektiv vorwerfbare Freiheitsberaubung liegt nicht vor“, hieß es. Das Heim wies die Vorwürfe indes als „bewusste Diffamierung“ und als bereits erwiesen unwahr zurück.

Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Traunstein wieder in dieser Sache.

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Ein Spezialbett für Kinder mit Behinderung, die ihre Impulse oder Bewegungen nicht kontrollieren können. (Foto: Kayserbetten)

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