Neuroleptika schaden oft mehr, als dass sie helfen.

Eigentlich hätten allerdings bereits die seit Jahren verfügbaren Daten zur Gefährlichkeit von Neuroleptika zu einem kritischen Einsatz dieser hochwirksamen Substanzen bei Demenzkranken führen müssen. Doch nach wie vor gehört die Langzeitanwendung von Neuroleptika zum Alltag auch in deutschen Seniorenheimen. Die Anwenderzahlen sind in den vergangenen Jahren sogar noch gestiegen.

Die viel geübte Praxis, Demenzpatienten mit Antipsychotika ruhigzustellen, wird schon lange heftig kritisiert. Zunächst waren es allein ethische Bedenken, dann kamen medizinische Gründe hinzu. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA sah sich bereits 2005 veranlasst, wegen der erhöhten Sterblichkeit (um 60 bis 70 Prozent) vor dem Einsatz von atypischen Neuroleptika bei Demenz zu warnen. Im Jahr 2008 wurde die Warnung auf konventionelle Neuroleptika ausgeweitet. Und außer der erhöhten Todesrate gibt es noch einen weiteren gravierenden Einwand: Neuroleptika führen bei Demenzkranken nachweislich zu einem beschleunigten Abbau der kognitiven Fähigkeiten.

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Wie können medikamentöse Fixierung in Pflegeheimen verringert werden?

Ein Betrag von Herrn Dr. Sebastian Kirsch (Mitbegründer und seither der „juristische Kopf“ der Idee des Werdenfelser Weges)

Wenn man medikamentöse Fixierung in Pflegeheimen verringern will, muss man sich in der Pflege eingestehen, dass in vielen Situationen eben nicht der therapeutische Behandlungszweck eines Krankheitsbilds im Vordergrund steht, wenn Psychopharmaka eingesetzt werden, sondern ein pflegerisches Problem mit Verhaltensweisen, das nicht pflegerisch, sondern medikamentös „gelöst“ werden soll.
Das bedeutet, man muss über den Tellerrand einer Profession hinausschauen.
Dazu Prof. Dr. phil. Dr. med. Dipl. – Psych. Rolf D. Hirsch , Facharzt für Nervenheilkunde, der als Arzt glaubwürdig zwischen dem ärztlich therapeutischen Blickwinkel und pflegerischen Problemstellungen wechseln kann.

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