Aktionstag „Halt vor Gewalt“ – Fürsorge wird oft falsch verstanden.

Das Grundgesetz sagt, dass die Freiheit der Person unverletzlich ist. Doch was ist mit der geschlossenen Demenzstation? Eine Gratwanderung zwischen Schutz und Freiheitsberaubung. Christine Schönfeld hat’s in der eigenen Familie erlebt. Die Urgroßmutter war im Pflegeheim, saß im Rollstuhl, war aber fit im Kopf. Doch auf einmal „wurde sie angeblich verrückt“, erzählt Christine Schönfeld. Sie war verwirrt, schrie nachts, ließ sich nicht beruhigen. Sie bekam mehr Beruhigungsmittel. Aber es wurde eher schlimmer.

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Studie: Demenzkranke zu oft mit Neuroleptika ruhiggestellt

Die Medikamente helfen nicht gegen die eigentliche Demenz, sondern sie helfen, wenn überhaupt, gegen Unruhezustände, gegen auffälliges oder herausforderndes Verhalten, das heißt also Schreien, Herumlaufen, körperliche Unruhe, Schlafstörungen und Ähnliches. Dagegen sollen die Medikamente helfen, aber das tun sie leider nicht immer. Die Sterblichkeit der Demenzpatienten wird durch Neuroleptika-Gabe erhöht, die Schlaganfallhäufigkeit ist erhöht, das Risiko für Herzinfarkt ist erhöht, das Sturzrisiko ist erhöht. Generell körperliche Einschränkungen als Nebenwirkungen der Neuroleptika treten dann auf, die Lebensqualität der Bewohner sinkt.

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