Barrierefreiheit im Kopf

Demenz ist die Behinderung der Zukunft. Um diese gewaltige Herausforderung zu bewältigen, braucht es eine neue Kultur des Helfens. Senile Senioren dürfen nicht stillschweigend in medizinisch-pflegerische Ghettos abgeschoben werden. Sofern kein Durchbruch in der medizinischen Therapie gelingt, werden im Jahr 2050 etwa drei Millionen Menschen mit Demenz in Deutschland leben.

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(Foto: dpa)

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Die Paradoxe Intervention

Die Paradoxe Intervention ist eine Methode, die in den 1970er Jahren besonders in der systemischen Therapie als Mittel eingeführt wurde, um paradoxe Kommunikation aufzulösen.

Diese Methode lässt sich als Symptomverschreibung bezeichnen, also wird das als problematisch verstandene Verhalten gefördert. So kann z. B. die therapeutische Verschreibung in einer Paartherapie, in dem sie ihm vorwirft im Haushalt nichts zu machen, in folgender Anweisung an ihn bestehen: Bis zu unserer Sitzung unterlassen Sie jede Tätigkeit im Haushalt.

Dabei ist der Ausgangsgedanke, dass jedes Verhalten seine soziale Funktion in dem System hat. Problematische Verhaltensweisen sind eine Reaktion auf paradoxe Kommunikation und dienen als Beitrag zum Bestehen des Systems, auch wenn die Mitglieder darunter leiden. Ziel dieser Strategie ist es, durch die Verschreibung die Funktion des problematischen Verhaltens den Systemmitgliedern in seiner Paradoxie bewusst zu machen. Zudem soll deutlich werden, dass dieses Verhalten keineswegs spontan oder unkontrollierbar ist, sondern durchaus gesteuert werden kann.

Das mit der paradoxen Intervention ausgedrückte Verständnis besagt, dass das menschliche Verhalten berechenbar ist. Die Maßnahme dient der Manipulation der Klienten und ist schwer zu kontrollieren. Entsprechend wird sie inzwischen nur noch selten eingesetzt.

Literatur

  • M. Selvini Palazzoli, L. Boscolo, G. Cecchin, G. Prata: Paradoxon und Gegenparadoxon. Ein neues Therapiemodell für die Familie mit schizophrener Störung, 2. Auflage, Stuttgart: Klett-Cotta, 1978. ISBN 3-608-95375-2
  • P. Watzlawick, J. H. Beawin, D. D. Jackson: Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien, 6. Auflage, Bern, Stuttgart, Wien: Huber, 1982. ISBN 3-456-83457-8

Die Chefsache

Wer braucht eigentlich noch einen Chef? Wäre es oben ohne nicht viel besser auf dieser Welt? Die Führung steckt in der Sinnkrise. Ein guter Grund, darüber nachzudenken, was sie tut – und tun sollte.

„Wenn man ein Menschenbild hat, in dem der Mitarbeiter ein Erwachsener ist, ein freier Mensch, dann kann man damit umgehen. Die Leitlinie für richtiges Führen ist einfach: Finde die Richtigen, vertrau ihnen, fordere sie heraus, rede oft mit ihnen, bezahle sie fair und mach dann das Wichtigste von allem: Geh aus dem Weg. Denn die einzige legitime Form von Mitarbeiterführung ist die Selbstführung.“

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Multitasking -wirklich so effektiv?

Wer eine einfache, monotone Aufgabe ausführt, freut sich unter Umständen über eine Unterbrechung. Eine Unterbrechung kann in diesem Fall für Herausforderung sorgen, unter Umständen wirkt sie sogar leistungsfördernd. Gänzlich andere Auswirkungen haben Störungen hingegen bei der Bewältigung von komplexen Aufgaben. Wie störend Unterbrechungen empfunden werden, hängt von deren Häufigkeit ab und vor allem, wie viel Zeit die Bearbeitung der neuen Aufgabe in Anspruch nimmt und zu welchem Zeitpunkt die Unterbrechung einsetzt. Wer mitten in einer komplizierten Berechnung gestört wird,  muss wieder eine gewisse Zeit aufwenden, um sich hineinzudenken. Die Studie kommt daher zu dem Schluss: „Unterbrechungen und Multitasking können als Stressoren angesehen werden“, welche die Stimmung trüben, zu Irritation führen und die Gesundheit beeinträchtigen. Dies lässt vor allem Arbeitsmediziner aufhorchen. Psychische Erkrankungen deutscher Arbeitnehmer steigen weiterhin ungebremst an. Seelische Störungen liegen einer Studie der AOK nach auf dem vierten Platz der Krankheitsursachen. Psychischer Stress ist demzufolge mit durchschnittlich 23 Tagen für die längsten Fehlzeiten aller Krankheiten verantwortlich.

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Mein wunderbarer Arbeitsplatz Doku, F 2014, 85 min

Doku über innovative Konzepte, die nicht nur den Chefs gefallen.

Hoch motivierte, effiziente Mitarbeiter – die will jedes Unternehmen. Diese Doku begleitete und befragte Arbeitnehmer, deren Arbeitssituation sich dem eigenen Empfinden nach spürbar verbessert hat. Gefunden hat er sie unter anderem beim Biskuithersteller Poult, im belgischen Sozialministerium und bei der französischen Firma Chronoflex. Der Schlüssel zum Erfolg liegt, wie auch die hier befragten Unternehmer erklären, oft in einer rigorosen Neuorganisation: Auflösung hierarchischer Pyramidenstrukturen, Gleichbehandlung aller Mitarbeiter, Abschaffung von Kontrollen und Chefposten und umfassendem Informationsaustausch. Ergebnis: Nicht nur die Mitarbeiter haben mehr Spaß am Job, auch die Unternehmensbilanz verbesserte sich.

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