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Sie finden hier Beratung, Coaching, Praxisbezug, Sachlichkeit

und realistische Visionen.

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Frank Ulrich
Gerontologe (FH), Betriebswirt, Dozent

Systemischer Berater und Organisationsentwickler

 

Hier finden Sie:
• einen erfahrenen und sachkundigen Berater zur Vermeidung von freiheitsentziehenden Maßnahmen (FEM)
• einen kompetenten Coach, Moderator und Dozent
• einen allparteilichen Vermittler in Konflikten

• einen analytischen Coach zur Beratung und Unterstützung bei Fragen
zu Führung, Neuorientierung und Teamentwicklung
• einen professionellen Seminarleiter, der relevante Inhalte mit Spaß
am Lernen und einem hohen Praxisbezug verbindet.

Mein Blog finden Sie direkt unter diesem Beitrag und in der Menüleiste rechts.

 

Über meine Freiheit entscheide nur ich …

… oder ein Richter nach Art. 104 GG.

Aber niemals „einfach nur“ eine Vollmacht.

Immer wieder gibt es in der Praxis Unklarheit darüber, ob ein Angehöriger oder Bevollmächtigter über die Freiheitsrechte eines Vollmachtgebers entscheiden darf, wenn dieses in der Vollmacht von dem Vollmachtgeber so explizit verfügt wurde. (wie z.B. im Pflegeheim oder Krankenhaus über Bettgitter, Bauchgurte oder geschlossene Unterbringungen nach Abs. 4, §1906 BGB)

Die einfach Antwort lautet: NEIN

Grundlage hierfür ist der Artikel 4 unseres Grundgesetzes.

Art. 104 GG

(1) Die Freiheit der Person kann nur auf Grund eines förmlichen Gesetzes und nur unter Beachtung der darin vorgeschriebenen Formen beschränkt werden. Festgehaltene Personen dürfen weder seelisch noch körperlich misshandelt werden.

(2) Über die Zulässigkeit und Fortdauer einer Freiheitsentziehung hat nur der Richter zu entscheiden. Bei jeder nicht auf richterlicher Anordnung beruhenden Freiheitsentziehung ist unverzüglich eine richterliche Entscheidung herbeizuführen. Die Polizei darf aus eigener Machtvollkommenheit niemanden länger als bis zum Ende des Tages nach dem Ergreifen in eigenem Gewahrsam halten. Das Nähere ist gesetzlich zu regeln.

Wird eine freiheitsentziehende Maßnahmen (feM) für notwendig erachtet, so muss diese Maßnahme beim zuständigen Betreuungsgericht beantragt werden. Noch vor wenigen Jahren wurden diese Anträge massenhaft „durchgewunken“, hier hat in den letzten Jahre eine deutliche Sensibilisierung stattgefunden, so dass heute fasst immer ein/e Verfahrenspfleger/in hinzugezogen wird.  Die Bestellung eines Verfahrenspflegers oder einer Verfahrenspflegerin dient dem effektiven Rechtsschutz des Bewohners durch das Verfahrensrecht.

Bundesstatistik-2015

Der/Die Verfahrenspfleger/in ist zwar vom Gericht bestellt, dann aber nur dem Betroffenen gegenüber zu einer sachgerechten Rechtsvertretung verpflichtet. Er ist weder weisungsgebunden dem Gericht gegenüber noch Gerichtsmitarbeitern. Er ermittelt nicht für das Gericht, sondern muss sich in seiner eigenen Rolle eine eigene fachliche Meinung bilden.

Der/Die Verfahrenspfleger/in ist aktiv darum bemühen, dass Fixierungen  und Freiheitsentziehungen von kranken und alten Menschen (Bettgitter, Bauchgurte etc.) durch Alternativen im Sinne des „Werdenfelser Weg´s“ vermieden werden, wo immer das fachlich vertretbar ist. Und es ist erstaunlich oft vertretbar.

Weitere Informationen zu diesem Thema unter: www.Verfahrenspfleger-Hamburg.de

7 typische Motivationskiller – und wie Sie sie vermeiden

Nichts demotiviert Mitarbeiter so sehr wie schlechte Führung. Wie Chefs die Motivation ihrer Mitarbeiter zerstören – und wie sie es besser machen können.

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1. Unterforderung

Kein Wunder, dass die ewig gleiche Routine im Job zu den größten Motivationskillern gehört: Wer seit Jahren jeden Tag dieselbe Arbeit macht, wird irgendwann träge und gelangweilt. Und gerät womöglich in einen Teufelskreis des Stillstands – denn wer seine Arbeit ohne Engagement erledigt, qualifiziert sich damit nicht unbedingt für anspruchsvolle Aufgaben.

Das machen gute Chefs anders:
„Man sollte seine Mitarbeiter langfristig eher überfordern als unterfordern“, nennt Führungskräftetrainer Hartmut Laufer als Faustregel. “ Wer eigenverantwortlich anspruchsvollere Aufgaben übernehmen dürfe, sei häufig stolz und gebe sich besondere Mühe.

Natürlich gibt es in jedem Unternehmen Standardaufgaben, die gemacht werden müssen. Ein guter Chef sorgt dafür, dass diese ungeliebten Tätigkeiten nicht immer an denselben Personen hängen bleiben – indem sie etwa von Zeit zu Zeit Jobprofile neu zuschneiden oder Aufgaben im Team rotieren lassen. Und: Auch für sorgfältiges Erledigen von Standardaufgaben hat ein Mitarbeiter ein Lob verdient!

2. Fehlende oder falsche Informationen

Wie steht die Firma da? Welche Ziele verfolgt der Chef? Ist mein Arbeitsplatz sicher? Fragen wie diese beschäftigen Mitarbeiter, auch wenn sie sie oft nicht äußern. Erhalten Sie von den Führungskräften keine Antworten, ist das Gift für die Motivation. „Wenn wir Mitarbeiter befragt haben: ‚Was macht sie unzufrieden?‘ wurden mangelnde Informationen meist an vorderster Stelle genannt“, sagt Laufer.

Um nicht frühzeitig Unruhe zu stiften, würden Führungskräfte vor allem schlechte Nachrichten oft lange unter der Decke halten. Ein Fehler, findet Laufer: Schlimmstenfalls erfahren die Mitarbeiter die Neuigkeiten dann auf anderem Wege – was das Vertrauensverhältnis nachhaltig schädigen kann.

Vor allem in großen Unternehmen oder bei komplexen Arbeitsprozessen haben Mitarbeiter außerdem oft das Gefühl, dass ihre Arbeit unwichtig ist und nichts zum Unternehmenserfolg beiträgt. Die Folge ist der immer wiederkehrende Gedanke: „Was mache ich hier eigentlich? Ob ich mir Mühe gebe oder nicht, macht eh keinen Unterschied …“

Das machen gute Chefs anders:
Manchmal ist die Lösung so einfach wie nahe liegend: Regelmäßige Besprechungen helfen Ihrem Team, auf dem Laufenden zu bleiben. Doch selbst tägliche Meetings gehen am Ziel vorbei, wenn über die falschen Themen geredet wird. „Informieren Sie Ihre Mitarbeiter auch über unpopuläre Vorhaben“, rät Laufer.

Teilen Sie bei diesen Treffen auch Ihre unternehmerische Vision mit Ihren Angestellten. Und wagen Sie es ruhig, Leidenschaft zu zeigen – das steckt an.

3. Misstrauen

Ständige Kontrollen, keine Handlungsspielräume – Mitarbeiter merken rasch, wenn ihre Vorgesetzten ihnen nicht vertrauen. Die Folge: Die Motivation sinkt in den Keller, jegliche Eigeninitiative schwindet. Und nicht nur das: In einem solchen Klima des Misstrauens werden es Mitarbeiter kaum zugeben, wenn sie Fehler gemacht haben – das macht es schwerer, den Schaden zu begrenzen.

Das machen gute Chefs anders:
„Machen Sie das ruhig mal alleine“ – so manch kontrollwütige Chef muss für diesen Satz über seinen Schatten springen. Doch es lohnt sich. „Nur wer seinen Mitarbeitern einen angemessenen Vertrauensvorschuss gibt, kann erwarten, dass auch sie ihm Vertrauen entgegenbringen“, sagt Hartmut Laufer.

Ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Chef und Mitarbeiter ist auch die Basis für eine gesunde Fehlerkultur im Unternehmen, in der Misserfolge als Chance verstanden werden, es beim nächsten Mal besser zu machen.

Motivationskiller 4 bis 7 finden Sie hier.

Pflege 2017 für Wähler wichtiger als Umwelt

81 Prozent der Wähler interessieren sich für das Thema

Die Unzufriedenheit der Deutschen mit der Versorgung pflegebedürftiger Menschen könnte für die Bundestagswahl eine erhebliche Rolle spielen. Bei einer repräsentativen Umfrage, deren Ergebnisse dem Tagesspiegel vorliegen, bezeichnen 43 Prozent der Bürger das Thema Pflege als sehr wichtig für ihre Wahlentscheidung. In der für den Wahlausgang besonders maßgeblichen Altersgruppe der über 50-Jährigen sind es sogar 53 Prozent. Und eine Mehrheit von 55 Prozent ist mit der Pflegequalität hierzulande keineswegs zufrieden.

Direktlink zum Beitrag

Ärger im Job muss nicht nur negativ sein. Wer sich ärgert, hängt sich mehr rein.

Ärger im Job muss nicht nur negativ sein, wie eine Studie zeigt. Wer sich mit seinem Arbeitgeber identifiziert, wird sogar produktiver, wenn er sich ärgert. Statt zu schmollen, heißt es dann: „Jetzt erst recht.“

Stressiger Chef, nervige Kollegen: Im Berufsalltag lässt sich nicht jedem Ärgernis aus dem Weg gehen. Das kann, muss aber nicht negativ sein, wie die WHU – Otto Beisheim School of Management herausgefunden hat. In einer Studie haben Jochen Menges, Professor an der privaten Wirtschaftshochschule, Samantha Conroy von der Colorado State University und William Becker von der Virginia Tech Academy of Management untersucht, wie sich Ärger im Job auf die Arbeitshaltung und die Produktivität auswirkt.

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Wohlgemerkt Ärger, keine ernsthaften Konflikte. Letztere können Unternehmen nämlich richtig teuer zu stehen kommen und Mitarbeiter auf Dauer krank machen. Jedenfalls, wenn sie nicht vorher kündigen.

Wer aber nur handelsüblichen Ärger im Beruf hat, kann den dagegen zum Wohle der Firma nutzen – jedenfalls, wenn er sich mit seinem Unternehmen identifiziert. So zumindest das Ergebnis der WHU-Studie. „Für Menschen, die sich stark mit ihrem Arbeitgeber identifizieren, ist Ärger in der Firma auch immer ein wenig Selbstvorwurf, da sie sich selbst als Teil der Organisation empfinden“, so Menges. „Daher neigen sie eher dazu, etwas zum Positiven verändern zu wollen – im Sinne der Firma“, erklärt Menges, Leiter des Lehrstuhls für Führung und Personalmanagement an der WHU. Wer seinem Arbeitgeber dagegen nicht oder weniger loyal gegenüber steht, der schreibt eher eine Kündigung, wenn er sich oft ärgert.

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Die Heimbetreiber denken um.

HAMBURG. Obgleich der demografische Faktor den Anbietern stationärer Pflege in die Karten spielt, werden die in der Branche ohnehin schon knappen Durchschnittsmargen weiter abschmelzen. Damit erhöht sich der Konsolidierungsdruck. Allerdings liegt das Heil nicht mehr im Aufkauf der Konkurrenz, sondern in Neubauten, mit denen sich Qualitäts- und Kostenvorteile realisieren lassen.
So lautet eine aktuelle Prognose der HSH Nordbank. Das Hamburger Bankhaus ist nach eigenen Angaben „einer der Top 5 Finanzierer von Pflegeeinrichtungen in Deutschland“ und begleitet jährlich „um die 20 Transaktionen im deutschen Pflegemarkt“.
2014 habe die operative Marge der Pflegeheime auf Basis des Gewinns vor Zinsen und Steuern (EBIT) durchschnittlich noch 2,8 Prozent betragen, heißt es. Vergangenes Jahr sei dieser Wert auf 2,6 Prozent gesunken. Für dieses Jahr erwarten die Analysten nur noch 2,4 Prozent und für 2017 2,3 Prozent.
Wenig Spielraum für Rentabilität
„Bei diesen schmalen Margen ist es nicht mehr selbstverständlich, dass nachhaltig die Finanzierungskosten verdient werden können“, erklärt der Gesundheitsexperte der HSH Nordbank, Thomas Miller.

Die Generation X und Y ist die „Maslowsche Bedürfnispyramide“ hinten herrunter gefallen.

Der amerikanische Psychologe Abraham Maslow erforschte gesunde, erfolgreiche und glückliche Menschen. Dabei entdeckte er, dass man die menschlichen Bedürfnisse nach einer bestimmten Rangordnung einteilen kann. Alle Bedürfnisse zusammen kann man sich gut als Schichten einer Pyramide vorstellen. Leider haben sich die Bedürfnisse junger Menschen aus den sogenannten Generationen X und Y etwas verschoben und somit verlieren diese Menschen einen wichtigen Bezug zur Realität und auch zunehmend die Fähigkeit zur Selbstreflexion.

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Achtsamkeit

„Es ist eine leise Revolution im Gange“

„Viele Menschen laufen auf Autopilot“, sagt Andreas de Bruin. Der Psychologe lehrt Achtsamkeit und Meditation. Er ist überzeugt, dass beides nicht nur Einzelnen guttut, sondern die Gesellschaft bereichert.

Kleiner Test: Wissen Sie noch, wie der Kaffee heute Morgen geschmeckt hat? Nein? Bei den meisten Menschen geht morgens schon der Autopilot an, sagt Achtsamkeitstrainer Günter Hudasch aus Berlin. Dadurch sind sie oft nicht bei dem, was gerade passiert. „Wenn sie unter der Dusche stehen, kochen sie in Gedanken Kaffee, wenn sie den Kaffee trinken, denken sie, ‚Ich muss los‘, und so weiter“, sagt der Vorsitzende des Verbandes der MBSR- und MBCT-Lehrer in Deutschland. Die beiden Abkürzungen stehen für verbreitete Trainingsprogramme für Achtsamkeit.

Hinzu komme das ständige Vergleichen mit anderen. „Wir sind immer am Checken“, sagt Hudasch. „Der Kollege hat schon wieder ein neues Auto – wie kann der sich das bloß leisten?“ Solche Vergleiche würden oft dazu führen, dass sich Menschen schlecht fühlen.

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Achtsamkeit zielt darauf ab, mehr im Jetzt und Hier zu leben. Es geht darum, dem Moment mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Dazu ist es wichtig, den inneren Autopiloten abzuschalten und das Gedankenkarussell zu stoppen. Ziel ist es, mehr Gelassenheit zu entwickeln, erklärt Hudasch.

Das kann im Alltag in vielen Situationen helfen – an der Supermarktkasse, im Stau oder an stressigen Tagen im Job.

Warum sind Meditation und Achtsamkeit derart populär? Hier ein Interview mit Herrn Professor Andreas de Bruin zu diesem Thema.

Direktlink zum Interview mit Professor de Bruin

Das ändert sich ab 1. Januar 2017 / Neuregelungen und Gesetze

Der Mindestlohn steigt
Erstmals seit seiner Einführung im Jahr 2015 steigt der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland mit Beginn des Jahres. Statt bislang 8,50 Euro pro Stunde gilt dann ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,84 Euro. Die Anpassung von 34 Cent orientiert sich dabei an der allgemeinen Lohnentwicklung.
Das Kindergeld wird angehoben
Der Kinderfreibetrag steigt 2017 von aktuell 4.608 Euro auf dann 4.716 Euro. In einem zweiten Schritt soll es dann 2018 auf 4.788 Euro nach oben gehen. Auch das Kindergeld steigt 2017: Um je zwei Euro pro Monat pro Kind.
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Tesla-Neukunden laden nicht mehr kostenlos
Wer sich für den Kauf eines Elektroautos vom Typ Tesla entscheidet, muss künftig für das Aufladen seines Fahrzeuges an den Schnellladestationen bezahlen. Während der Ladevorgang für Bestandskunden weiterhin kostenlos ist, müssen Käufer, die ihr Fahrzeug 2017 erwerben, zeit- und regionsabhängige Preise für die Supercharger zahlen.
Führerschein wird teurer
Wer im neuen Jahr eine theoretische Führerscheinprüfung ablegt, muss statt 11 Euro dann 11,90 Euro bezahlen. Wird die Prüfung am Computer vorgenommen, zahlen Prüflinge 10,60 Euro, die praktische PKW-Prüfung schlägt dann mit 91,50 Euro zu Buche – Motorradfahrer zahlen 121,38 Euro.
Hauptuntersuchung kostet mehr
Auch die Kosten für die Hauptuntersuchung steigen 2017 an. Künftig werden je nach Bundesland Gebühren in Höhe von 35 Euro und 54,86 Euro erhoben.
Wlan in Zügen wird kostenlos
Wer ab 1. Januar 2017 in ICE-Zügen der Deutschen Bahn unterwegs ist, dem steht ab Januar auch in der zweiten Klasse kostenloses WLAN zur Verfügung. Jeder Zugreisende erhält 200 MB Datenvolumen, darüber hinaus wird die Geschwindigkeit gedrosselt.
Mehr Geld für Hartz IV-Empfänger
Für Empfänger von Grundsicherung beginnt das neue Jahr mit mehr Geld im Portemonnaie, denn die Leistungen für Menschen, die ihren Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können, steigen mit dem neuen Jahr. Für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren fällt die Anpassung besonders hoch aus: Sie erhalten ab Januar 21 Euro mehr Grundsicherung. Dem Plus liegt die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamts von 2013 zugrunde. Demnach ist der Bedarf in dieser Altersgruppe für Lebensmittel und Getränke erheblich höher als bisher berechnet, das teilte die Bundesregierung mit. Für Alleinstehende wurde der Satz von 404 auf 409 Euro im Monat angehoben.

 

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Nur Idioten haben keine Zweifel

Die Parteivorsitzende hält kurz inne, denkt über die Frage des Journalisten nach und sagt dann: »Ich zweifle, ob ich das Richtige tue. Ich gebe zu, ich weiß es nicht.« Ein lautes Raunen geht durch das Publikum der Pressekonferenz. Die Augenbrauen des Fragestellers wandern in die Höhe. Andere Journalisten rutschen auf der Stuhlkante nach vorn, halten Block und Stift umklammert und formulieren schon mal im Geiste den Aufmacher der Titelseite: Parteivorsitzende vollkommen planlos! Steht Rücktritt bevor?

So liefe es wohl, wenn Politiker oder andere Entscheidungsträger vor laufenden Kameras zweifeln würden: Die öffentliche Hinrichtung ließe nicht lange auf sich warten.

Seine Zweifel öffentlich zu Gehör zu bringen, ist ähnlich deplaziert wie ein lauter Rülpser beim stillen Gebet in der Kirche.

Gefragt sind Macher und keine Zweifler. Das oberste Gebot für alle, die sich berechtige Hoffnungen auf ihre Wiederwahl machen wollen: Zweifel beiseite schieben und Gewissheit verbreiten – auch dann, wenn es nur Hoffnungen oder Erwartungen sind. Macher kennen keine Zweifel. Sie kennen keine Fragen. Sie kennen nur Antworten.

Aber all das kann nicht verdrängen, dass Zweifel zum Leben gehören. Das wissen wir spätestens seit René Descartes, dem Vater der Aufklärung: »Der Zweifel ist der Weisheit Anfang.« Ohne Zweifel gibt es keine Bewegung, nichts Neues, keinen Fortschritt. Dass der Mensch in der Lage ist, all das, was ihm seine Sinne als Wirklichkeit nahe legen, zu bezweifeln, war für Descartes ein Zeichen dafür, dass der Mensch ein Bewusstsein hat.

Wer zweifelt, denkt. Wer zweifelt, existiert.

Anders ausgedrückt heißt das: Nur der Dumme kennt keinen Zweifel. Zweifel sind kein Zeichen von charakterlicher Instabilität, sondern wertvolle Impulse für unsere Entscheidungen. Sie können schlichtweg nicht entschieden und selbstbestimmt leben, ohne Zweifel auszuhalten. Leicht ist das nicht, aber es gehört zum Leben dazu. Der Schauspieler Matthias Brandt hat das in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung so ausgedrückt: »Jeder, der alle Tassen im Schrank hat, ist doch zerfressen von Selbstzweifeln. Die Irren, die richtig Gefährlichen – das sind die, die glauben, dass sie gut sind.«

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Direktlink zum Beitrag von Herrn Dr. Peter Kreuz auf Xing